EUCHARISTISCHE WUNDER
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Das Hostienwunder von Lanciano bei Chieti Das "Wunderbarliche Gut" von Augsburg Das Mirakel von Amsterdam
Turin - die "Stadt des allerheiligsten Sakramentes" Cascia - Die Stadt der hl. Rita Santarem
Eucharistie im Leben eines Heiligen. Don Bosco Der hl. Papst Gregor der Grosse Der hl. Antonius von Padua Der hl. Hermenegild
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DIE REALPRÄSENZ JESU CHRISTI IM ALLERHEILIGSTEN ALTARSAKRAMENT =
Jesu Gegenwart mit Leib und Seele, mit Fleisch und Blut, mit Gottheit und Menschheit!
(Falle vor dem Tabernakel auf die Knie und erneuere Deinen Glauben an DIESE WIRKLICHE PRÄSENZ JESU CHRISTI!)

In Demut bet' ich Dich, verborgne Gottheit an, die Du den Schleier hier des Brotes umgetan.
Mein Herz, das ganz in Dich anschauend sich versenkt, sei ganz Dir untertan, sei ganz Dir hingeschenkt.
Gesicht, Gefühl, Geschmack betrügen sich in Dir; doch das Gehör verleiht den sichern Glauben mir.
Was Gottes Sohn gesagt, DAS glaub ich hier ALLEIN! Es ist der WAHRHEIT Wort - und was kann wahrer sein?
Am Kreuzesstamme war die Gottheit nur verhüllt - HIER hüllt die Menschheit auch sich gnädig in ein Bild.
Doch beide glaubt mein Herz - und sie bekennt mein Mud, wie einst der Schächer tat in seiner Todesstund.
Die Wunden seh' ich nicht, wie Thomas einst sie sah. Doch ruf ich: HERR, MEIN GOTT, DU BIS WAHRHAFTIG DA.
O gib, dass immer mehr mein Glaub' lebendig sei! Mach meine Hoffnung fest, mach meine Liebe treu!
O Denkmal meines Herrn an seinen bittren Tod. O lebenspendendes - und selbst lebend'ges Brot!
Gib, dass von Dir allein sich meine Seele nährt, und Deine Süssigkeit stets kräftiger erfährt!
O guter Pelikan, o Jesus, höchstes Gut: Wasch rein mein unrein' Herz mit Deinem teueren Blut!
Ein einz'ger Tropfen schafft die ganze Erde neu; wäscht alle Sünden rein, macht alle schuldenfrei!
O Jesus, den verhüllt jetzt nur mein Auge sieht, wann stillst das Sehnen Du, das in der Brust mir glüht:
Dass ich enthüllet dich anschau' von Angesicht, und ewig selig selig in Deiner Glorie Licht. Amen.
(Hl. Thomas von Aquin)
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Das Hostienwunder von Lanciano bei Chieti,
Italien, 8. Jh
In Lanciano bei Chieti ereignete sich das wohl bekannteste und am längsten andauernde
eucharistische Wunder.
In der ehemaligen Klosterkirche des hl. Longinus in Lanciano feierte im 8. Jahrhundert eines Tages ein Basilianermönch, wie gewohnt, die hl. Messe. Nachdem er die Hostie in den hochheiligen Leib Christi und den Wein in das kostbare Blut Christi verwandelt hatte, hielt er einige Augenblicke inne. Mag sein, dass er von einem Zweifel an der wirklichen Gegenwart Jesu Christi im heiligsten Altarssakrament geplagt wurde. Im selben Augenblicke wurde er von einem ausserordentlichen Wunder überrascht. Ein Teil der geweihten Hostie verwandelte sich nämlich vor seinen entsetzten Augen in blutendes Fleisch, während der übrige Teil weiterhin wie Brot aussah; der verwandelte Wein nahm gleichzeitig die Gestalt frischen Blutes an, das nach und nach zu fünf Blutkörperchen gerann, die in Form und Gestalt verschieden waren.
Der erschrockene Priester suchte zuerst das unerklärliche Vorkommnis zu verheimlichen, doch eine grosse innere Erschütterung nötigte ihn, das wunderbare Ereignis den anwesenden Gläubigen mitzuteilen und alsbald wurde es stadtbekannt.
Seit zwölf Jahrhunderten schon dauert dieses grandiose Verwandlungswunder der Gestalt des Brotes in wirkliches Fleisch und der Gestalt des Weines in wirkliches Blut an und kann heute noch betrachtet und untersucht werden. Jene wunderbare Hostie wird zwischen zwei Glasscheiben in einer kunstvollen Silbermonstranz aufbewahrt und weist einen dicken, dunkelroten Teil mit Fleischfasern auf, während im andern Hostienteil noch die ursprüngliche weisse Brotgestalt erkennbar geblieben ist (siehe unser Bild auf der HOMEPAGE-Seite).
Die Monstranz wird von zwei knienden Engelfiguren getragen, zwischen denen ein Glaskelch das zu fünf ungleichen Blutkörperchen geronnene Blut enthält. Mgr. Rodreguez ordnete im Jahre 1574 eine öffentliche Untersuchung an. Dabei wurde festgestellt, dass alle fünf Blutkörperchen zusammen genau soviel wiegen wie jedes einzelne separat. Daran erinnert eine Inschrift links beim Eingang innerhalb der Kirche.
Das Gewicht des gesamten Blutes sowie der einzelnen Blutkörperchen beträgt immer 16,505 Gramm.
Eine Untersuchungskommission machte eigens darauf aufmerksam, dass von jenem Fleisch der hl. Hostie, falls es nicht wunderbar wäre, heute nach zwölf Jahrhunderten nicht einmal mehr Staub bestehen würde. Demnach ist dieses eucharistische Wunder allein schon durch die unnatürliche Dauerhaftigkeit des Fleischteiles der hl. Hostie bewiesen. Diese Tatsache wurde von allen Kommissionsteilnehmern festgestellt und unterschrieben.
Lanciano verdankt es diesem Wunder, dass es anno 1921 zum Sitz des 1. Eucharistischen Kongresses der Abbruzzen erwählt wurde.
Der Erzbischof von Lanciano hat im Jahre 1970 eine erneute moderne medizinische Untersuchung dieser hl. Reliquien durch eine Gruppe von Fachgelehrten angeordnet.
Das Untersuchungsergebnis wurde in einer Urkunde mit folgendem Text niedergelegt:
Der Erzbischof von Lanciano und Bischof von Ortana, Zahl: 06/L/xxl
Der Unterzeichnete, Erzbischof von Lanciano, verkündigt und bestätigt, dass in der Kirche zum hl. Franziskus in Lanciano, die im Volksmund „Heiligtum vom Wunder der Eucharistie" heißt, aus dem achten Jahrhundert eucharistische Spezies unter der sichtbaren Gestalt von wirklichem Fleisch und Blut aufbewahrt werden. Das Verwandlungswunder ereignete sich während einer hl. Messe in der Kirche zum hl. Legonziano, über der sich heute das oben genannte Heiligtum erhebt.
Auf erzbischöfliche Anordnung wurden die oben bezeichneten hl. Reliquien einer medizinischen Untersuchung durch Fachgelehrte unterzogen, die sich über mehrere Monate erstreckte.
Diese wissenschaftliche Prüfung ergab:
1. Es handelt sich um wirkliches Fleisch und Blut.
2. Sowohl das Fleisch als auch das Blut stammen von einem Menschen.
3. Das Fleisch weist eindeutig die Struktur des Herzgewebes auf.
4. Das Fleisch und das Blut haben die gleiche Blutgruppe.
5. Das Diagramm des Blutes ist übertragungsfähig auf menschliches Blut, wie es heute entnommen wird.
6. Das Fleisch und das Blut gleichen dem einer lebenden Person.
Der Unterfertigte steht für die Wahrheit des oben Geschriebenen ein.
Pacifico Perontoni., Erzbischöfliches Sigillum, Erzbischof und Bischof
Die Geschichte des "Wunderbarlichen Gutes" von Augsburg
Die Geschichte des Wunderbarlichen Gutes lässt sich von der heutigen Zeit bis zu ihrem Ursprung hinauf mühelos und ohne Unterbrechung zurückverfolgen anhand der vielen Zeugnisse in Büchern und Schriften. Tatsachenberichte und Urkunden bezeugen lückenlos Ursprung und Verehrung des Wunderbarlichen Gutes. Die Stadt- und Staatsbibliothek Augsburg hütet diese historischen Dokumente, da diese bei der Auflösung der Klosterbibliothek durch die Säkularisation im Jahre 1803 dorthin verschleppt wurden.
Aus den zahlreichen Dokumenten und Veröffentlichungen über das Wunderbarliche Gut bei Heilig Kreuz in Augsburg können wir kurz zusammenfassen: Eine Augsburger Frau hatte im Jahr 1194 gleich nach dem Empfang des Allerheiligsten Sakramentes die Hl. Hostie heimlich aus dem Munde genommen und in Wachs eingeschlossen. Fünf Jahre lang bewahrte sie diese Hostie zu Hause in einem Wandschränkchen auf und betete vor diesem stillen Heiligtum. Man darf nicht eine sakrilegische Handlung als Ursache für dieses Tun annehmen, als vielmehr eine tiefe Liebe und Verehrung zum Heiligsten Sakrament. Gab es doch zu dieser Zeit kaum einen Tabernakel.
Um diese Zeit lassen sich die ersten Sakramentshäuschen nachweisen, die fast immer seitlich an der Wand angebracht waren. Auch die sakramentale Verehrung und Anbetung ist wohl sporadisch nachzuweisen, aber in der katholischen Frömmigkeit in keiner Weise üblich. Diesen Durchbruch mit einer sehr ausgeprägten Akzentuierung der Anbetung bringt erst die Einführung des Fronleichnamsfestes im Jahre 1264. Man darf also sagen, dass diese Augsburger Frau in ihrer eucharistischen Frömmigkeit und Anbetung der liturgischen Entwicklung vorauseilte.
Gequält von Gewissensbissen beichtete sie am 11. Mai 1199 dem damaligen Stiftspropst von Heilig Kreuz Berthold ihre Tat. Freiwillig übergab sie ihm die in Wachs eingeschlossene Hostie. Propst Berthold öffnete das Wachs ein wenig am Rande und fand die Hl. Hostie auf wunderbare Weise verändert. Sie zeigte sich “in dünner, wunderbarer Weise verändert, fleischförmig und mit einem roten Faden ähnlicher Gestalt”. Probst Berthold löste das Wachs von beiden Seiten ab und fand den Leib des Herrn “gleichsam in zwei Teile gespalten, aber mit einigen Äderchen wie mit Banden zusammenhängend” Voll Erstaunen über das Geschaute, aber auch mit kritischer Zurückhaltung ging er mit sich zu Rate, “ob er die ganze Sache unterdrücken und in ewiges Schweigen einhüllen oder vor die Öffentlichkeit bringen sollte.”
Auf Rat seiner Kapitulare berichtete er gewissenhaft den Vorfall dem damaligen Augsburger Bischof Udalskalk. Er ordnete an, dass die in Wachs eingeschlossene Hostie “unter Begleitung der Geistlichkeit und des ganzen Volkes mit großer Ehrerbietung in die Domkirche zu übertragen sei” ‘ Dort geschah es dann, dass die zur Verehrung ausgesetzte Hostie unter der Wachshülle von Ostern bis zum Fest des heiligen Johannes des Täufers vorzüglich während der Messe vor den Augen aller so stark wuchs und anschwoll, dass sich das Wachs von selbst völlig ablöste” Beide Teile, die blutrote Hostie und das Wachs gesondert, schloss Bischof Udalskalk in ein Kristallgefäß und ließ “eines großen Wunders sicher” die Hl. Hostie in feierlicher Prozession nach Heilig Kreuz zurückbringen. Hier wird sie als das Wunderbarliche Gut seit acht Jahrhunderten verehrt.
“Zum Gedächtnis einer so außerordentlichen und denkwürdigen Tatsache” wurden in Heilig Kreuz ein besonderes Fest des Wunderbarlichen Gutes mit eigenem Messformular, Chorgesang und die Chorherren von Heilig Kreuz verpflichtenden eucharistischen Tagzeiten - jeweils für den 11. Mai jeden Jahres angeordnet. Heilig Kreuz wurde durch Dekret des Bischofs von Augsburg vom 15. Mai 1199 zur Pfarrkirche erhoben.
Das Wunderbarliche Gut wurde zunächst in einem Kristallgefäß aufbewahrt und zur Verehrung ausgesetzt. Um 1200 stiftete die Familie der Grafen von Rechberg einen in Silber getriebenen rechteckigen Schrein - den Urgrund unserer Wunderbarlichen Gut-Monstranz - in dem das Wunderbarliche Gut aufbewahrt wurde.
Es war kein Schau- sondern ein Aufbewahrungsgefäß. Als die eucharistische Anbetung immer mehr die christliche Frömmigkeit bestimmte und damit auch die sichtbare Gestalt der Hostie in der Monstranz die Anbetung bestimmte, schnitt man ohne Hemmungen an der Vorderseite des “Rechbergschreines” einfach eine Öffnung heraus, in die das Wunderbarliche Gut, Hostie und Wachskapsel eingefügt wurden.
Sie ist die Grundform und damit auch kunstgeschichtlich von Bedeutung vom Aufbewahrungsschrein zum Zeigegerät, also unserer Monstranzen...
Die Gegenwart Christi im Wunderbarlichen Gut blieb nicht immer unangefochten. Sie ist nach der dogmatischen Lehre der Kirche an Brot bzw. genießbares Brot gebunden. So fand zum ersten Male 1494 eine genaue Untersuchung des Wunderbarlichen Gutes durch Bischof Friedrich von Augsburg statt. Der Bischof stellte mit seinem Domkapitel fest, dass nach fast 300 Jahren nicht Staub, noch Farbe, sondern eine sehr dicke, fleisch- und blutähnliche Gestalt vorhanden sei. Damit bestand auch kein Hindernis, die übliche Anbetung des Wunderbarlichen Gutes zu gestatten.
Die Zeiten wurden rauher. Die Reformation brachte das religiöse Leben und damit auch die Frömmigkeit und Verehrung des Allerheiligsten Sakramentes in Bedrängnis. Augsburg nahm als freie Reichsstadt die Reformation an. 1537 musste das Wunderbarliche Gut infolge des “Neuerungs- und Empörergeistes der Reformatoren aus Augsburg geflüchtet werden” Der Augsburger Bischof Christoph von Stadion wanderte mit seinem Klerus im Januar 1537 nach Dillingen aus. Der damalige Propst von Heilig Kreuz, Christophorus Gail begab sich mit dem Wunderbarlichen Gut und seinem Konvent zunächst in die katholisch gebliebene Stadt Landsberg am Lech. Heilig Kreuz hatte dort Besitz. Von dort begab er sich mit seinen Chorherren und dem Wunderbarlichen Gut 1538 nach Dillingen, wo es in der Stadtpfarrkirche St. Peter zur Verehrung ausgesetzt wurde. 11 Jahre dauerte die Verbannung. Erst im August 1548 durfte auf Befehl Kaiser Karl V. der vertriebene Klerus wieder in die Reichsstadt zurück. Propst Bernhard Werlin nahm wieder Besitz von Kirche und Kloster Heilig Kreuz. Unter dem Jubel der katholisch gebliebenen Bevölkerung wurde das Wunderbarliche Gut wieder zur Anbetung ausgesetzt. Doch nicht zu lange dauerte der Friede. Am 20. April 1632 fiel Augsburg in die Hände der Schweden. Am 7. April war Propst Johannes Schall bereits mit dem Wunderbarlichen Gut in das Augustiner Chorherrenkloster Herrenchiemsee (das heutige Schloss Herrenchiemsee) geflüchtet. Dort blieb es drei Jahre. Über Wasserburg, Rosenheim und München kehrte das Wunderbarliche Gut unter dem Ehrengeleit der Münchner Bürger nach Heilig Kreuz zurück. Eine erneute Untersuchung des Wunderbarlichen Gutes fand am 3. Juli 1747 unter Bischof Josef, Landgraf von Hessen-Darmstadt statt. Der damalige Klosterchronist Pater Ignatius Kistler OSA schließt seinen Bericht über diese Untersuchung mit den Worten: “Es blieb das Wunderbarliche Gut in seinem Besitzstande, und die Verehrung und Anbetung ist dadurch mehr gehoben als vermindert worden.”
Die Auswirkungen der Französischen Revolution und die Napoleonische Zeit brachten erneut Kloster und das Wunderbarliche Gut in Bedrängnis. Am 28. Mai 1800 rückten die Franzosen in Augsburg ein. Sie räumten aber die Stadt wieder, nachdem die auferlegten Kriegskontributionen bezahlt waren. Das Chorherrenstift Heilig Kreuz musste 15.000 Gulden beisteuern. Um sicher zu sein flüchtete man das Wunderbarliche Gut zuerst zum Klostergut Bachern, dann in das Karmelitenkloster nach München. Als die Franzosen auch dort einzogen, nach St. Zeno bei Reichenhall und schließlich bis nach Saalfelden im Pinzgau. Doch schon nach drei Wochen brachte man es nach Reichenhall zurück. Am 3. März 1801 ist das Wunderbarliche Gut wieder in Heilig Kreuz.
Kaum zwei Jahre später, am 25. Februar 1803 mussten die durch sechs Jahrhunderte getreuen Wächter des Wunderbarlichen Gutes, die Chorherren von Heilig Kreuz, laut Reichsdeputationshauptschluss Kirche und Kloster verlassen. Kirche und Kloster wurden zu Gunsten der Stadt Augsburg enteignet. Nachdem Priester aus dem Weltklerus die Seelsorge an Heilig Kreuz übernommen hatten, wurde im Jahre 1932 Heilig Kreuz den Söhnen des heiligen Dominikus übergeben. Im Geiste ihrer Brüder aus dem Chorherren-Orden des heiligen Augustinus, zu deren Ordensfamilie sie gehören, führten sie die reiche Tradition der Verehrung des Wunderbarlichen Gutes weiter. Heilig Kreuz erfreute sich wieder eines stets wachsenden Kirchenbesuches, bis in der Nacht vom 25. auf den 26. Februar 1944 die herrliche Kirche dem furchtbaren Bombenangriff zum Opfer fiel. Der damalige Provinzial der süddeutschen Dominikaner P. Marianus Vetter, der gerade in Augsburg weilte, brachte das Wunderbarliche Gut (nicht die Monstranz) zwischen dem 1. und 2. Angriff in seiner Aktentasche in den Turm der Kirche. Nach dem 2. Angriff kam das Wunderbarliche Gut in die Hauskapelle des erhaltenen bescheidenen Klosters in der Ottmarsgasse. Um es jedoch vor weiteren Angriffen zu sichern wurde das Wunderbarliche Gut nach Stotzard bei Affing gebracht. Wegen besserer Verbindung vertraute man dann das Wunderbarliche Gut den Ehrwürdigen Schwestern der St. Josefs-Kongregation von Ursberg im Kloster Holzen bei Donauwörth an, die sich heute noch mit großer Freude an diese Tage gnadenvollen Trostes in schwerster Zeit erinnern. Am 8. Mai 1945 konnte das Wunderbarliche Gut wieder in die Hauskapelle des Dominikanerklosters in der Ottmarsgasse zurückgeholt werden. Im Advent 1945 war die frühere Beichtkapelle von Heilig Kreuz soweit hergestellt, dass man das Wunderbarliche Gut in dem beim Brand erhaltenen barocken Tresor-Tabernakel wieder zur Verehrung aussetzen konnte. Nach den beiden Teilabschnitten des Wiederaufbaues von Heilig Kreuz befindet sich das Wunderbarliche Gut wieder im Tabernakel von Heilig Kreuz.
Entnommen aus: Börger, Raphael OP, Das Wunderbarliche Gut zu Heilig Kreuz Augsburg, 800-jähriges Jubiläum, 1199-1999, Augsburg 1999
Am 13. März 1945 feierten die niederländischen Katholiken den 600. Jahrestag jenes Hostienwunders, dem sie Aufstieg und Wohlstand ihrer schönsten Stadt zuschreiben.
Im 14. Jahrhundert war Amsterdam lediglich ein unbedeutendes Fischerdorf. Nur vier Straßen und ein paar Gässchen mit bescheidenen Fischerhütten und einem einzigen größeren Gebäude, in welchem die Beginen-Klosterfrauen wohnten, bildeten das ganze damalige Dorf Amsterdam.
Am 13. März 1345 wurde dieser schlichte Ort durch ein großes eucharistisches Wunder weit über Holland hinaus bekannt und Ziel vieler Wallfahrer, die Arbeit und Wohlstand brachten.
An jenem bedeutungsvollen Tage war ein Priester zu einem sterbenden Fischer gerufen worden. Er hörte seine Beichte und reichte ihm die hl. Wegzehrung. Kaum aber war der Geistliche weggegangen, wurde der Kranke von so heftigem Hustenreiz befallen, dass er ausspeien musste. Seine Gattin warf den Auswurf samt der sich darin befindlichen, noch ganzen, heiligen Hostie kurzerhand ins Herdfeuer. Erst am folgenden Morgen, als sie die restlichen glühenden Kohlen zusammenschüren wollte, wurde ihr bewusst, wie ehrfurchtslos sie mit der heiligen Hostie umgegangen war, denn dieselbe schwebte makellos weiß und unversehrt, von strahlendem Lichtglanz umgeben, wunderbar über den Gluten. Das Feuer hatte die hochheilige Brotgestalt nicht zu vernichten, ja nicht einmal zu schwärzen vermocht.
Tieferschüttert kniete die Frau nieder und betete die hl. Hostie an. Dann nahm sie dieselbe aus dem Herde, ungeachtet des Feuers, das an ihren Armen zwar emporzüngelte, ihr jedoch keine Wunde beibrachte. Voller Ehrfurcht legte sie die hl. Hostie auf reines Linnen in ihre Wäschetruhe.
Eilends suchte sie nun den Priester auf, der ihren Gatten versehen hatte und berichtete ihm alles. Nachdenklich befahl ihr der kluge Seelsorger strenge zu schweigen, damit kein Gerede und kein Aufsehen entstehe. In aller Stille trug er die wunderbare, heilige Hostie ins Gotteshaus zurück.
Am folgenden Tage aber fand die Frau, zu ihrem unsäglichen Schrecken die Hostie neuerdings in ihrer Wäschetruhe. Jetzt erst wurde es dem Seelsorger klar, dass dieses offensichtliche Wunder nicht verschwiegen werden dürfe, sondern öffentlich bekanntgemacht werden müsse zur größeren Ehre Gottes und zur Stärkung des Glaubens vieler Seelen.
Der Pfarrherr gab nun seinen geistlichen Mitbrüdern und Pfarrkindern das wunderbare Ereignis bekannt, und alsbald strömten die Leute aus der ganzen Umgegend herbei. In feierlicher Prozession, mit wehenden Fahnen und brennenden Kerzen, betend und singend, zogen Priester und Volk mit der wunderbaren hl. Hostie in die St.-Nikolaus-Kirche von Amsterdam.
Die kirchliche Obrigkeit eröffnete darnach sogleich eine strenge Untersuchung, die mehrere Monate lang dauerte. In einem Hirtenbriefe verkündete schließlich der Bischof von Utrecht, dass dieses ausserordentliche Ereignis vollkommen der Wahrheit entspreche und er deshalb gerne die Erlaubnis erteile, dieses von Gott gewirkte eucharistische Wunder überall kundzutun.
Die fromme Amsterdamer Bevölkerung aber beschloss sogleich, jene armselige Wohnstätte in eine Kapelle zu verwandeln. Der Feuerherd, in dessen Flammen die hl. Hostie so manche Stunde unversehrt geblieben, wurde nicht entfernt, sondern an Ort und Stelle in der Kapelle belassen.
Und hundert Jahre später ließ Gottes Güte in jener Kapelle ein neues Wunder zu, um dadurch gleichsam das frühere Wunder zu bestätigen. Am 24. Mai 1452 wurde Amsterdam von einer so gewaltigen Feuersbrunst heimgesucht, dass nahezu die ganze damalige Stadt zerstört wurde.
Als der Riesenbrand die Sakramentskapelle bedrohte, beschlossen einige mutige Männer, den Tabernakel aufzubrechen, um die wunderbare Hostie, welche darin in einer kostbaren Monstranz aufbewahrt wurde, zu retten. Doch alle ihre Bemühungen blieben erfolglos. Ihre Werkzeuge zerbrachen wie Zündhölzer. Von den eindringenden Flammen bedroht, mussten die tapferen Männer fliehen. Die hölzerne Kapelle und der Tabernakel wurden vom wütenden Feuer zerstört.
Doch welch unbeschreibliche Freude für die schwergeprüften Katholiken, als sie nach dem Brande die hochverehrte, hundert Jahre alte, wunderbare Hostie unversehrt in der Aschenglut fanden. Auch die Monstranz und sogar der seidene Schleier, der sie umgab, waren vollständig intakt geblieben.
Zahllose Prozessionen und Wallfahrten zogen zur heiligen Stätte, bis im Jahre 1578 der Calvinismus in Holland eindrang und alle katholischen Kundgebungen verbot. Niemals aber gelang es, die Verehrung der wunderbaren heiligen Hostie ganz aus dem Herzen des niederländischen Volkes zu reißen. Als die ersten Glaubensverfolgungen vorüber waren, wurden erneut Feierlichkeiten zu Ehren des hochheiligsten Altarssakramentes gehalten. Vorerst zwar nur im stillen. Im Jahre 1645 aber wurde die 300-Jahr-Feier des Wunders mit vollem Glanze durchgeführt. Sogar während der blutigen Besetzung Hollands durch Hitlertruppen im Zweiten Weltkrieg gab es stets Katholiken, die am Jahrestag des eucharistischen Wunders es wagten, allein nachts in stillem Gebete den uralten, traditionellen Weg der Sühneprozession “zur hl. Stätte” zu gehen.
Heute aber, nach dem Zweiten Weltkriege, wallfahrtet wieder Katholisch-Amsterdam öffentlich bittend und dankend alljährlich hin zur wunderbaren, hochheiligen Hostie!
Zitiert aus: Haesele, Maria, Eucharistische Wunder aus aller Welt, Stein am Rhein, 71995, S. 217-220
Turin - die "Stadt des allerheiligsten Sakramentes"
Turin wird mit dem einzigartigen Ehrentitel “Stadt des allerheiligsten Sakramentes” bezeichnet. Diese Benennung verdankt die Stadt einem eucharistischen Wunder, weiches am 6. Juni 1453 geschah. An jenem Tage schritten zwei finstere Gesellen mit einem schwerbeladenen Maulesel durch das Stadttor. Sie kamen von der Festung Exilles, wo sie in Kriegsdienst gestanden. René von Anjou hatte seinem Bundesgenossen Herzog Franz Sforza von Mailand gegen die feindliche Herrschaft Venedigs zu Hilfe eilen wollen. Aber Ludwig von Savoyen versperrte ihm bei Exilles den Weg nach Mailand. Wütend darüber plünderten und brandschatzten die Kriegsleute des Herzogs René von Anjou die Festung Exilles. Nicht einmal die Kirche blieb verschont.
Ein Söldner, der noch gottloser war als die andern, brach sogar den Tabernakel der Kirche auf und stahl daraus die Monstranz samt der hl. Hostie. Rasch verbarg er sie zwischen anderer Beute in einem Sacke, den er fest zuschnürte und auf seinen gestohlenen Lastesel lud. Danach wanderte der Kriegsknecht mit einem Kameraden der südlichen Heimat zu.
Als die beiden an der St.-Silvester-Kirche in Turin vorbeikamen, stand der Esel plötzlich mitten auf dem Platze still und ließ sich auf die Knie nieder. Wütend hieb der Dieb auf ihn ein. Doch das Tier rührte sich nicht. Infolge der heftigen Schläge fiel aber der Sack vom Rücken des Esels zu Boden und öffnete sich. Vor den entsetzten Augen der Diebe schwebte die Monstranz mit der hl. Hostie in strahlendem Glanze hoch in die Luft empor. Keiner der Diebe vermochte sie zu erlangen.
Immer mehr Leute eilten staunend und betend herbei. Zwölftausend Einwohner zählte damals die Stadt Turin und alle wurden Zeugen des herrlichen eucharistischen Wunders auf dem Silvesterplatz. Als der Bischof von Turin, Msgr. Ludwig Romagnano, in feierlichem Ornate, begleitet von vielen Priestern, ankam, öffnete sich die Monstranz von selber und sank zu Boden, während die hl. Hostie noch in der Höhe verblieb. Von heiligem Schauer ergriffen, flehte die kniende Menge:
“Bleibe bei uns, o Herr! Bleibe bei uns!”
Da geschah ein neues Wunder. Die hl. Hostie schwebte langsam aus der Luft herab in den Kelch hinein, den der Bischof ihr entgegenhielt. Weinend vor Ergriffenheit begleitete das Volk den Bischof mit der wunderbaren hl. Hostie in die Kathedrale.
Am Platze selber erbaute man zuerst eine Gedächtniskapelle und später eine prachtvolle Kirche mit dem Titel “Corpus Christi” - “Leib des Herrn”.
Im Jahre 1953 wurde in Turin die 500-Jahr-Feier dieses einzigartigen Wunders, in Anwesenheit des heiligmässigen Kardinals Schuster von Mailand und vieler tausend Pilger festlich begangen.
Cascia - Die Stadt der hl. Rita
Cascia in Umbrien, bekannt für jedermann als die Stadt der Hl. Rita ist ebenso der Ort an dem die Reliquie eines außerordentlichen eucharistischen Wunders verwahrt wird, das im Jahre 1330 in Siena geschah.
In der Gegend von Siena nahm ein Priester, der gebeten wurde einem kranken Bauern die Sterbesakramente zu spenden, eine konsekrierte Hostie und legte sie ehrfurchtslos zwischen die Seiten seines Breviers und klemmte es unter seinen Arm. So ging er in das Haus des kranken Mannes. Nachdem er dessen Beichte gehört hatte, öffnete der Priester das Buch um die konsekrierte Hostie zu entnehmen, aber sehr zu seinem Erstaunen sah er, dass sie rot geworden ist mit frischem Blut und zwar so sehr, dass beide Seiten zwischen denen sie lag davon gefärbt wurden. Verwirrt und reuig ging der Priester nach Siena zum Augustinerkloster und beschrieb das Ereignis dem bekannten Prediger und frommen Ordensmann P. Simon Fidati von Cascia. Dieser gab ihm die Lossprechung nachdem er die Geschichte des Priesters gehört und mit eigenen Augen das wunderbare Zeichen gesehen hatte. Er bat ihn und Erlaubnis die zwei blutgetränkten Brevierseiten behalten zu dürfen. Eine davon nahm er später mit nach Perugia, die andere – jene an welcher die konsekrierte Hostie haftet – nach Cascia in die Kirche des Hl. Augustinus.
Über die Jahrhunderte wurde die erlesene Reliquie immer von den Gläubigen mit großer Hingabe verehrt. Auch die Päpste haben diesen Kult mit vielen besonderen Ablässen gefördert, einschließlich des Portiunkula-Ablasses, den Papst Bonifaz IX im Jahre 1401 gewährte.
Das wunderbare Ereignis wird besonders am Fronleichnamsfest jedes Jahr gefeiert, wenn die Reliquie öffentlich in der Prozession mitgetragen wird.
1930 zum 600. Jubiläum des Ereignisses wurde ein Eucharistischer Kongress für die ganze Diözese von Nursia in Cascia gehalten. Damals wurde eine kostbare und künstlerisch wertvolle Monstranz für die Verehrung der Reliquie eingeweiht. Alle historisch verfügbaren Dokumente im Bezug auf das Wunder wurden veröffentlicht.
Ein einzigartiges Phänomen das mit der Reliquie verbunden ist soll nicht verschwiegen werden: Viele Leute haben bemerkt, dass in diesen Blutflecken schon der Ausdruck eines leidenden menschlichen Angesichtes zu sehen ist. Dies wurde auch unterstützt durch fotographische Aufnahmen.
Santarem, Portugal, 1247
Eine Frau litt sehr unter der Ungläubigkeit ihres Mannes, der schon lange keine Sakramente mehr empfangen hatte. Sie überlegte, wie si
e ihm die hl.
Kommunion trotzdem geben könnte - selbst wenn er vorher nicht gebeichtet hat. Eine "Wahrsagerin" prophezeite ihr, ihr Mann würde seine Wege ändern, wenn sie ihm eine konsekrierte Hostie darreichte. Die Frau wusste, dass es falsch sei, in dem sündigen Zustand, in dem sich ihr Mann befand, zur hl. Kommunion zu gehen. Doch konnte sie diesen unter keinen Umständen zur hl. Beichte bewegen. Eines Tages ging sie zur Kommunion und konsumierte den Leib unseres Herrn nicht, sondern nahm die konsekrierte Hostie nach dem Empfang der hl. Kommunion aus dem Mund und wickelte sie in ihr Taschentuch. Mit der konsekrierten Hostie verließ sie die Kirche. Auf dem Weg ausserhalb der Kirche aber begann die Hostie zu bluten. Viele Leute bemerkten dies und dachten, die Frau würde bluten. Da befiel sie große Furcht, ging nach Hause, legte die Hostie in ein Gefäß und bedeckt sie mit einem reinen Leinentuch. Während der Nacht wurde sie und ihr Ehemann von einem hellen Licht aufgeweckt, das von dem Gefäß ausging und den ganzen Raum erleuchtete. Engel hatten das Gefäß geöffnet und hielten Anbetung vor unseren Herrn. Die Frau erzählte ihrem Mann von ihrer Freveltat und warum sie dies tat, und eröffnete ihm, dass das Gefäß eine konsekrierte Hostie enthält. Beide verbrachten die Nacht auf ihren Knien in Anbetung, worauf der Mann sein lasterhaftes Leben radikal änderte. Ein Priester wurde gerufen, der die konsekrierte Hostie zurück in die Kirche St. Stefan brachte und sie in geschmolzenem Bienenwachs versiegelte. Neunzehn Jahre später öffnete ein Priester, der vom Geschehen nicht völlig unterrichtet war, den Tabernakel und bemerkte, dass der Wachsblock zerbrochen daneben lag und die konsekrierte Hostie in einen Kristall eingeschlossen war. Das Wunder ereignete sich im Jahre 1247.
Die in Kristall eingeschlossene konsekrierte Hostie ist heute von einer Treppe hinter dem Altar aus zu besichtigen. An der Wand daneben sind viele Originalschreiben verschiedener Diözeasanbischöfe und hoher kirchlicher Würdenträger, ebenso auch Untersuchungsergebnisse, welche die Echtheit des Wunders bezeugen.
1997 wurde in Santarem das 750 Jubiläum in Anwesenheit des Diözesanbischofs und vieler Bischöfe Portugals mit großer Feierlichkeit begangen.
Unser Bild: Die Kirche des hl. Stefan, in der sich die wertvolle Monstranz mit der Hostienreliquie befindet.
Portugiesisch: Santuàrio do Santissimo Milagre
Eucharistie im Leben eines Heiligen. Don Bosco.
Aus dem Leben des heiligen Don Bosco (1815-1888) ist eine Reihe erstaunlicher Dinge bekannt, die sich um die heilige Eucharistie ranken. Alle Aussagen wurden zuverlässig niedergeschrieben. Don Evasius Garonne berichtet als Zeuge: »Im Januar 1879 diente ich Don Bosco bei der Feier der heiligen Messe, die er am Altar seines Vorzimmers zelebrierte. Mein Mitschüler Franchini, der inzwischen gestorben ist, war auch dabei. Als Don Bosco die heiligen Gestalten erhob, sahen wir, wie er entrückt war. Verklärung lag auf seinem Gesicht, so dass er dadurch das ganze Zimmer zu erleuchten schien. Allmählich lösten sich seine Füße von der Predella (Altarpodest) und Don Bosco schwebte wohl zehn Minuten in der Luft. Wir zwei Ministranten konnten - wie es damals Brauch war - den Saum des Messgewandes nicht erreichen.
Ich war ganz außer mir vor Verwunderung, wollte Don Berto herbeirufen, fand ihn aber nicht. Auf meinen Platz zurückgekehrt, sah ich Don Bosco gerade noch die Stufen herabkommen, das Zimmer kam mir fast wie ein Himmel vor. Auf die Heilige Messe folgte eine lange Danksagung. Hernach brachte ich ihm wie gewohnt den Kaffee und fragte: »Aber Don Bosco, was hatten sie denn nur heute morgen beim Erheben der heiligen Gestalten? Wie kam es, dass sie auf einmal so hoch und groß wurden?« Er schaute mich nur an und sagte, um das Gesprächsthema zu ändern: »Nimm auch etwas Kaffee! « Er schenkte mir eine Tasse ein und reichte sie mir. Ich merkte sofort, er wollte nicht darüber sprechen, ich blieb also still und schlürfte meinen Kaffee. Dreimal wurde ich Zeuge seines Emporschwebens während der Messfeier.
Aus den frühen Priesterjahren Don Boscos schrieb ein Augenzeuge ein Geschehen nieder, das bestätigt wurde und großes Staunen verursachte. Es war im Jahr 1849. Man beging im Oratorium (Gemeinschaft des Don Bosco) eine der größten Feiern, es dürfte das Fest Mariä Geburt gewesen sein. 34 Etwa 650 Jugendliche hatten das Sakrament der Buße empfangen und bereiteten sich nun vor auf den Empfang der heiligen Kommunion. Don Bosco begann die Messfeier in der Annahme, im Tabernakel stehe wie gewohnt ein Hostiengefäß gefüllt bis oben an. Das Ziborium war aber nahezu leer. Josef Buzzetti hatte vergessen, eine andere Schale mit zu konsekrierenden Hostien auf den Altar zu stellen. Erst nach der feierlichen Wandlung bemerkte er sein Missgeschick. Als nun Don Bosco die heilige Kommunion auszuteilen begann, war er besorgt, als er so wenig Partikel sah bei so vielen Kommunikanten, die den Altar umstanden. Er war untröstlich bei dem Gedanken, so viele junge Menschen ohne das heilige Sakrament zurückschicken zu müssen. Er erhob die Augen zum Himmel, dann teilte er die heilige Kommunion weiter aus. Siehe da, zu seiner großen Verwunderung und zu noch größerem Erstaunen Buzzettis, der tief beschämt war, weil er Don Bosco durch seine Vergesslichkeit in solche Verlegenheit gebracht hatte, bemerkte Don Bosco, wie die heiligen Hostien unter seinen Händen zunahmen. Ohne auch nur eine Hostie brechen zu müssen, konnte er allen die Kommunion reichen.
Als man eines Tages Don Bosco selbst über dieses Vorkommnis befragte, gab er es uneingeschränkt zu.
»Jene Macht, die das Wunder der Verwandlung vollbringen kann’, wird auch einer Vermehrung nichts im Wege stehen.«
Die Vision des Hl. Don Bosco vom Mai 1862
"Stellt euch vor, wir befinden uns an der Küste des Meeres oder besser noch auf einer einsamen Klippe und sehen kein Land ausser dem Boden unter unseren
Füssen. Auf dem weiten Meer erkennen wir eine unzählbare Menge von Schiffen, die sich für eine Seeschlacht geordnet haben. Sie verfügen über eiserne Schiffsschnäbel und sind mit Kanonen, Gewehren, sonstigen Waffen jeglicher Art und Brandsätzen ausgerüstet. Sie nähern sich einem Schiff, das viel grösser ist als das ihrige und versuchen, dieses mit ihren spitzigen Schnäbeln zu beschädigen, es anzuzünden und ihm jeden nur möglichen Schaden zuzufügen. Das grosse Schiff wird von vielen kleinen Booten begleitet, die von ihm Befehle empfangen und das majestätische Schiff gegen die feindliche Flotte verteidigen. Sie haben starken Gegenwind und das aufgewühlte Meer scheint die Angreifer zu begünstigen.
Mitten im weiten Meer stehen in geringem Abstand voneinander zwei mächtige Säulen. Die eine wird von einer Statue der Immaculata gekrönt, zu deren Füssen steht: "Auxilium christianorum" (Hilfe der Christen), auf der zweiten, viel höheren und mächtigeren Säule sehen wir eine übergrosse Hostie, darunter auf einem Schild die Worte: "Salus credentium" (Heil der Gläubigen).
Der Papst als Kommandant des grossen Schiffes erkennt die Wut der Feinde und damit die Gefahr, in der sich seine Getreuen befinden. Er ruft deshalb die Steuermänner der Begleitboote zur Beratung auf sein Schiff. Der Sturm wird immer heftiger; die Kommandanten müssen auf ihre Boote zurückkehren. Nach Beruhigung der See ruft der Papst die Kommandeure ein zweites Mal zu sich. Plötzlich bricht der Sturm von Neuem los. Der Papst steht am Steuer und versucht mit aller Kraft sein Schiff zwischen die beiden Säulen zu lenken, an denen viele Anker und grosse Haken angebracht sind. Die feindlichen Schiffe beginnen nun mit dem Angriff und wollen das päpstliche Schiff versenken. Immer wieder versuchen sie Brandmaterial an Bord des grossen Schiffes zu schleudern und feuern mit ihren Bordgeschützen aus allen Rohren. Trotz des leidenschaftlichen Kampfes der feindlichen Schiffe und des Einsatzes aller Waffen scheitert jedoch der Angriff, und das päpstliche Schiff durchpflügt, obwohl auf beiden Seiten bereits schwer angeschlagen, frei und sicher das Meer, denn kaum getroffen, schliesst ein sanfter Wind, der von den beiden Säulen ausgeht, sofort jedes Leck.
Auf den Schiffen der Angreifer platzen jetzt die Kanonenrohre, die Schiffsschnäbel zerbrechen, viele Schiffe bersten auseinander und versinken im Meer. Plötzlich wird jedoch der Papst von einer feindlichen Kugel getroffen. Seine Helfer stützen ihn und richten ihn wieder auf, wenig später trifft ihn erneut ein feindliches Geschoss, und er sinkt tot zu Boden.
Bei der feindlichen Flotte erhebt sich ein Freuden- und Siegesgeschrei. Die auf dem päpstlichen Schiff versammelten Kommandeure wählen in solcher Eile einen neuen Papst, dass die Nachricht vom Tod des Steuermanns zugleich mit der Nachricht von der Wahl des Nachfolgers bei den Feinden ankommt. Jetzt verlieren diese plötzlich allen Mut, das päpstliche Schiff aber überwindet alle Hindernisse und fährt sicher zwischen die beiden Säulen, wo es vor Anker geht. Die Feinde flüchten, rammen sich gegenseitig und gehen zugrunde. Die kleinen Begleitboote des päpstlichen Schiffes rudern mit voller Kraft ebenfalls zu den beiden Säulen und machen dort fest. Auf dem Meer tritt eine grosse Stille ein."
An dieser Stelle fragte Don Bosco seinen späteren Nachfolger als Generaloberer, Don Michael Rua: "Was hältst Du von dieser Erzählung?" Don Rua antwortete: "Mir scheint, das Schiff des Papstes ist die Kirche, deren Oberhaupt er ist. Die andern Schiffe sind die Menschen, das Meer ist die Welt. Jene, die das grosse Schiff verteidigen, sind die treuen Anhänger des Papstes, die anderen seine Feinde, die mit allen Mitteln die Kirche zu vernichten suchen. Die beiden Säulen bedeuten, wie mir scheint, die Verehrung Mariens und der hl. Eucharistie."
Don Bosco sagte: "Du hast gut gesprochen. Nur ein Ausdruck muss richtig gestellt werden: Die feindlichen Schiffe bedeuten die Verfolgungen der Kirche. Sie bereiten schwerste Qualen für die Kirche vor. Das, was bisher war, ist beinahe nichts im Vergleich zu dem, was noch kommen wird. Die Schiffe symbolisieren die Feinde der Kirche, die das Hauptschiff zu versenken versuchen, wenn es ihnen gelänge. Nur zwei Mittel verbleiben uns zur Rettung in dieser Verwirrung: Die Verehrung der Gottesmutter und die häufige hl. Kommunion."
Diese Vision von Don Bosco hatte vor allem zum Ziel:
Uns zum Gebet für die Kirche und den Papst zu ermuntern und auf die Verehrung des Altarsakramentes und Maria, der Immaculata, hinzuweisen.
Der hl. Papst Gregor der Grosse
In seinen Predigten spricht der Hl. Papst Gregor der Große auch von der hochheiligen Eucharistie und bezeugt durch Anführung wunderbarer Tatsachen den unschätzbaren Wert und die macht der Hl. Messe. In seiner 37. Homilie erzählt er:
Vor nicht allzu langer zeit geschah es, dass ein Mann gefangen und weit fortgeschleppt wurde. Da er lange Zeit gefangen gehalten wurde, ohne
dass seine Frau davon etwas wusste, hielt sie ihn für tot und ließ nun für ihn jede Woche an bestimmten Tagen die Hl. Messe feiern. Nach längerer Zeit kehrte der Mann aus seiner Gefangenschaft zurück und erzählte seiner staunenden Ehefrau, dass ihm in seiner Gefangenschaft immer an bestimmten Tagein in der Woche die Ketten abfielen, die ihn fesselten. Auf solche Weise gelang es ihm endlich zu entfliehen. Als ihn nun seine Gattin fragte, an welchen Tagen dieses geschehen sei und er ihr die Zeit nannte, erkannte sie, dass an den Tagen seine Fesseln fielen, an denen für ihn die Hl. Messe gefeiert wurde.
Papst Gregor der Grosse>>>>
In seinen Dialogen über das Leben und die Wunder der Heiligen in Italien erzählt er im 4. Buch folgendes wunderbares Ereignis:
Agatho, Bischof von Palermo, reiste von Sizilien aus nach Rom. Auf dem Weg dahin geriet er in Gefahr, durch Schiffbruch umzukommen. Es erhob sich nämlich auf dem Meer ein furchtbarer Sturm, der das Schiff dem Untergang nahe brachte. Es blieb keine Hoffnung mehr, dem Tod zu entgehen, wenn nicht die Barmherzigkeit des Allmächtigen Hilfe schaffte. Da begannen alle, die auf dem Schiff waren, zu Gott zu flehen und Gelübde zu machen. Während sie so beteten, war einer der Matrosen beschäftigt, ein Boot zu lenken, das an das Schiff, auf dem Bischof Agatho sich befand, mit einem Tau gebunden war; durch die Gewalt des Traumes riss aber das Tau und der Unglückliche verschwand mit seinem Boot in den Wellen. Der Bischof hielt ihn für tot. Unterdessen gelangte das Schiff, auf dem der Bischof war, nach vielen Gefahren zur Insel Ostika. Hier feierte der Bischof im Gedenken an den unglücklichen Matrosen, den er für tot hielt, die Hl. Messe und fuhr dann, nachdem man das Schiff ausgebessert hatte, nach Italien, und gelangte endlich nach Rom. Als er ans Land ging, fand er zu seinem Erstaunen den tot geglaubten Matrosen am Ufer stehen. Voll Freude hierüber fragte er ihn, wie er während so vieler Tage so großer Gefahr habe entrinnen können. Der Matrose erzählte, wie sein Schifflein oft in Gefahr war, unterzugehen, aber immer wieder in die Höhe kam. Tag und Nacht habe er damit zugebracht, gegen die Wogen zu kämpfen, aber von Hunger und Durst ganz entkräftet, wäre er sicher zu Grunde gegangen, wenn ihm nicht geholfen worden wäre. “Plötzlich”, so erzählte er weiter, “da ich ganz niedergeschlagen und wie außer Sinnen war, und nicht wusste, ob ich schlafe oder wache, sah ich einen Mann vor mir stehen, der mir ein Brot zur Stärkung gab. Kaum hatte ich es verzehrt, erhielt ich meine Kräfte wieder, und bald darauf segelte ein Schiff auf mich zu, das mich aufnahm und mich hierher brachte.” Als der Bischof sich nach dem Tag erkundigte, an dem dieses geschehen war, stellte sich heraus, dass es gerade der Tag war, wo er für ihn die Hl. Messe auf der Insel Ostika gefeiert hatte.
Der Lebensbeschreiber des heiligen Papstes Gregor, der Diakon Johannes, erzählt von diesem heiligen Papst folgende wunderbare Begebenheit:
Eine Frau brachte eines Tages dem heiligen Gregor, als er die Hl. Messe feierte, als Opfer Brot und Wein. Als der Heilige ihr nach der Vollendung der Geheimnisse die heilige Kommunion reichte mit den Worten: “Der Leib des Herrn bewahre deine Seele”, lachte sie leichtfertig. Der Heilige zog sofort seine Hand von ihrem Mund zurück und legte den Teil des Leibes des Herrn, den er ihr reichen wollte, auf den Altar. Nachdem die Hl. Messe beendet war, fragte der Heilige die Frau vor dem ganzen Volk, warum sie beim Empfang der heiligen Kommunion gelacht habe. Die Frau wollte mit der Sprache nicht heraus, endlich aber sagte sie: “Weil du das Brot, das ich mit eigenen Händen gebacken habe, den Leib des Herrn genannt hast.” Da warf sich der heilige Papst, vom Unglauben dieser Frau schmerzlich berührt, mit dem ganzen Volke auf die Knie und betete. Nach einer Weile erhob er sich, trat zum Altar und siehe da, der heilige Partikel des Leibes des Herrn, den er dahin gelegt hatte, war jetzt zu Fleisch geworden. Der Heilige zeigte ihn der ungläubigen Frau, die von nun an glaubte. Das Volk aber wurde dadurch nur noch mehr in seinem Glauben gestärkt. Hierauf warf sich der Heilige nochmals zum Gebete nieder, und der wunderbare Partikel erhielt seine vorige Gestalt wieder.
So sah diese Frau, so sah das Volk, so sah der Heilige selbst durch dieses Wunder bestätigt, was er predigte, nämlich: “Dass im heiligsten Sakrament Jesu Fleisch und Blut wirklich gegenwärtig ist, indem der heilige Geist durch die Konsekration Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi verwandelt. Dieses hochheilige Sakrament gibt Gottes Gnade, befreit von Sünden, vereinigt mit Christus und die Gläubigen untereinander, wirkt aber nur, wenn man mit Gott ausgesöhnt ist. Es ist ein Opfer, eine Wiederholung des Leidens Christi zu unserer Versöhnung, das für uns dargebracht wird.” (Homilie 22.35.37. Liber moral. 13. c.2 et. 12)
(aus: Ott, Georg, Eucharisticum, Regensburg 1869, S. 153-155)
Name bedeutet: der Wachsame (griech. / latein.)
Gregor wurde in Rom als Sohn eines Senators in eine Patrizierfamilie hineingeboren. Er studierte Verwaltungwesen und stand bereits im Alter von 30 Jahren als Präfekt an der Spitze von Roms Verwaltung. Aber dann legte er seine Ämter nieder und zog sich 575 nach dem Tode seines Vaters in sein Elternhaus zurück, aus dem er ein dem hl. Andreas gewidmetes Benediktiner-Kloster machte. Aus dem Familienbesitz gründete er noch sechs weitere Klöster in Süditalien.
Gregor wurde Priester und einer der sieben Diakone von Rom. 579 wurde er im Auftrag von Papst Pelagius II. zum Kaiser nach Konstantinopel geschickt, wo er militärische Hilfe gegen den Einfall der bis vor Rom vorgedrungenen Langobarden erwirken sollte, was ihm aber misslang. Zahlreiche Wohltaten, Bittgänge und wunderbare Wirkungen wurden seinen Gebeten und Bemühungen, auch als Abt seit dem Jahr 585, zugeschrieben.
Als eine Überschwemmungskatastrophe Tod und Elend über Rom brachte und die anschließende Pestseuche nicht nur die Bevölkerung hinraffte, sondern auch den Papst, fiel die Wahl auf Gregor, der sich ihr aber entziehen wollte. Er ließ sich verkleidet in einem Faß verborgen auf einem Ochsenkarren aus der Stadt bringen, um in einer Höhle als Eremit zu leben. Eine Lichtsäule, an der Engel auf- und niederstiegen, führte nach der Überlieferung zu seiner Entdeckung, 590 wurde er zum Papst gewählt. Obwohl als kränklich bekannt, entfaltete Gregor beeindruckende Aktivitäten, besonders in der Fürsorge für sozial Schwache. Beim neuerlichem Ausbruch einer Seuche ließ er ein angeblich vom Evangelisten Lukas gemaltes Bild der Maria einer Prozession vorantragen, hörte Engel das "Regina coeli" singen, fügte dem eine Strophe hinzu und sah einen Engel auf dem Hadriansgrabmal das blutige Schwert in die Scheide stecken - Zeichen der beendeten Seuche. Von da an soll man das Grabmal "Engelsburg" genannt haben.
Das römische Weltreich war am Ende, nur ein kleiner Rest um Rom herum war römisch und gehörte zu Byzanz; der Kaiser in Konstantinopel aber verweigerte Gregor die erbetene Hilfe gegen Eindringlinge. So musste Gregor mit den Langobarden verhandeln und konnte 594 deren Invasion nur dadurch verhindern, dass er ihnen die Zahlung eines jährlichen Tributs zusagte. Die Langobarden hatten dennoch den fast völlige
n Zusammenbruch der Verwaltung bewirkt, Gregor musste sich um die Versorgung der Armen und den Schutz der Bevölkerung kümmern. Aufgrund der großen Ländereien im Besitz der Kirche konnte er Nahrung und Geld bereitstellen. So übernahm das Papsttum unter Gregor die politische Macht in Italien, er schloss die Ländereien zu einem einheitlichen Ganzen zusammen, das zum Grundstein des Kirchenstaates wurde.
Bild: Sebastiano Ricci (1659 - 1734): Altar von Gregor, Basilika S. Giustina in Padua>>>>>>>>>>>>>
Gregor war ein energischer Kirchenführer und verstand sich zugleich als "Diener der Diener Gottes". Er sah sich erfüllt von der Aufgabe, die strenge katholische Gläubigkeit zu verteidigen und zu verhüten, dass christianisierte Länder wieder dem Heidentum oder ketzerischen Lehren verfielen. Es gelang ihm, Roms traditionellen Anspruch auf die kirchliche Vormachtstellung gegenüber dem Patriarchen von Konstantinopel sowie den anderen Bischöfen der Kirche durchzusetzen. Dabei half ihm sein Amt als Nachfolger von Petrus, wonach dieser durch ihn rede und handle. Er initiierte die Re-Christianisierung Englands, als er 597 Augustinus von Canterbury, den Abt seines Familienklosters, mit weiteren 39 Mönchen nach England sandte. Ein wesentliches Anliegen war Gregor die Einheit des aktiven und des kontemplativen Lebens und die Wahrung des benediktinischen Gleichgewichts von Gebet und Arbeit.
Die Zurückführung der dem Arianismus anhängenden Langobarden in den Schoß der katholischen Kirche erreichte Gregor, indem er Königin Theodelinde (Dietlinde) unterstützte. Auch in Spanien gelang ihm zusammen mit dem westgotischen König Reccared die Eindämmung des Arianismus und die Rekatholisierung des Landes. Er förderte das Klosterwesen, ein besonderes Interesse schenkte er der Liturgiereform, er führte die gregorianischen Choräle ein.
Die Legenda Aurea berichtet zahllose Züge seiner äußersten Demut und Kasteiung "bis zum Herzbruch". Erzählt wird die Verwandlung einer konsekrierten Hostie in ein Stück Fleisch und dessen Rückverwandlung, als die ungläubige Frau, die die Hostien gebacken hatte, ihren Zweifel an der Wandlung der Elemente in der Eucharistie mit Lachen äußerte; mit dem sichtbaren Wunder gelang es Gregor, die Frau zu bekehren.
Schwere Krankheit habe Gregor auf sich genommen, um Kaiser Trajan aus dem Fegefeuer zu lösen. Dessen Stimme hatte Gregor demnach vernommen, als er über das Trajansforum zur Peterskirche ging und über diesen gerechten Heiden weinen musste: Trajan hatte von einem Kriegszug Abstand genommen, um einer hilflosen armen Witwe für ihren unschuldig getöteten Sohn zum Recht zu verhelfen.
Die in 14 Büchern zusammengefassten Briefe des letzten der vier Kirchenväter beschreiben Gregors Denken und den Zeitgeist eindrücklich. Seine Werke hatten großen Einfluss auf das Mittelalter. "Moralia in Hiob" ist eine Sittenlehre zum Buch Hiob. Das "Liber regulae pastoralis" (Vorschriften für die Seelsorge) beschreibt die Aufgaben eines Seelsorgers, "Liber Pastoralis Curae" (Die Sorge um die Seelsorge) versteht sich als Lehrbuch für die Predigt. Seine "Dialogi" sind eine Sammlung von Legenden über Heilige aus Gregors Zeit - eine der wenigen Quellen, die Angaben über das Leben des Benedikt von Nursia enthält; die Sammlung prägte die folgenden Jahrhunderte, indem sie maßgeblich zur Enstehung der Ordensregel des heiligen Benedikt beitrug.
Sein Grab fand Gregor in der Peterskirche. In der von ihm auf seinem Familiensitz erbauten Kirche S. Gregorio Magno ist seine Zelle und sein Bischofsstuhl erhalten.
Durch seine Gelehrsamkeit wurde Gregor zum Patron des Schulwesens und für Lehrer, Studenten und Schüler. Diese feierten früher am 12. März einen Schülerfesttag, der auch in evangelischen Gebieten begangen wurde. Die Schule unterstand bei diesem Fest einem Knabenrektor, der wie sein erwachsenes Gegenstück mit Schulschlüssel und Rute ausgestattet wurde. Seine Mitschüler verkleideten sich ihrem angestrebten Beruf entsprechend als Pfarrer, Lehrer, Arzt oder Jurist. Die Lehrer waren ihres Amtes enthoben und als Schüler verkleidet, der entmachtete Rektor musste die Schülerschaft verpflegen und eine komplette Mahlzeit spendieren.
Im Andenken an Gregor verleiht die katholische Kirche seit 1831 den "Gregoriusorden" an Laien als Auszeichnung "für Eifer in der Verteidigung der katholischen Religion".
Noch heute werden einige von Gregors Predigten im Brevier der katholischen Kirche gelesen. Bei der Kalenderreform von 1969 verlegte man den katholischen Gedenktag vom Todestag, der in der Fastenzeit liegt, auf den Jahrestag seiner Weihe zum Bischof von Rom. Nach dem Vorbild Gregors werden bis heute "Gregorianische Messen" für Verstorbene gelesen, das sind 30 tägliche Messen hintereinander.
Kanonisation. / Seit 1295 trägt Gregor den Titel Kirchenlehrer.
Attribute: Tiara, Buch; Taube, Arme bedienend
Patron des kirchlichen Schulwesens, der Bergwerke; des Chor- und Choralgesanges; der Gelehrten, Lehrer, Schüler, Studenten, Sänger, Musiker, Maurer, Knopfmacher; gegen Gicht und Pest
Bauernregeln (für 12. März): "Gregor zeigt dem Bauern an, / dass im Feld er säen kann."
"Weht an Gregorius der Wind, / noch 40 Tage windig sind."
"Wenn Gregorius sich stellt, / muss der Bauer aufs Feld."
"Wenn Gregori grobes Wetter ist, so geht der Fuchs aus der Höhle; ist es schön, so bleibt er noch 14 Tage darinnen."
(+ 13. Juni 1231)
Der liebenswürdige, aus Lissabon in Portugal stammende, ursprünglich dem Augustiner-Chorherren-Orden angehörige Jünger des heiligen Franz v. Assisi, Antonius von Padua, der wegen seiner vom Geist des Evangeliums ganz durchdrungenen Predigten durch Papst Pius XII. zum Kirchenlehrer ernannt wurde, ist
sicher nicht nur wegen einer sinnigen Legende, sondern vor allem wegen seiner Predigten, in denen er gegen die Albigenser die heiligen Sakramente, besonders auch das allerheiligste Altarssakrament verteidigte, ein eucharistischer Heiliger.
Zur Legende vom Maultier, das vor dem Allerheiligsten, mit dem der heilige Antonius ihm entgegenkam, die Knie beugte, ist zu sagen, dass man in Rimini an die historische Echtheit dieses Ereignisses glaubt. Es ist ja eigenartig: Siebzig Prozent der Häuser der Stadt Rimini wurden im zweiten Weltkrieg zerstört oder ganz stark beschädigt. Die kleine Kirche des Hostienwunders des heiligen Antonius am “Platz der drei Märtyrer” in Rimini aber blieb auffallenderweise unversehrt erhalten. Vielleicht hat tatsächlich der heilige Antonius schützend seine Hand darüber gehalten.
Der “Platz der drei Märtyrer” in Rimini war einst von grossen Palästen umgeben. In einem davon wohnte damals in den ersten Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts ein Mann namens Bonvillo, einer der Honoratioren der Stadt, hartherzig und ungläubig, vor allem in Bezug auf die reale Gegenwart Christi in der Heiligen Eucharistie. So erzählt der aus der Diözese Limoges gebürtige Minorit Rigaud, der Pönitentiar des Heiligen Stuhls unter Papst Johannes XXII. in Avignon war, 1317 Bischof von Tr6guier wurde und 1323 starb. Nach Rigaud forderte der heilige Antonius, als er in Rimini Missionspredigten hielt, den genannten Bonvillo auf, wie die übrigen Bürger der Stadt an die reale Gegenwart Christi im heiligsten Sakrament zu glauben. Dieser aber erklärte, nur ein Wunder könne ihn dazu bringen. Auf das hinauf habe der heilige Antonius zu Bonvillo gesagt: “Gib deinem Maultier drei Tage lang nichts zu fressen; dann bring es hierher; du wirst ihm eine Metze Hafer und ich das Allerheiligste vorhalten, und du wirst sehen, es kniet eher nieder, als dass es vom Hafer frisst.” Als der Tag gekommen war, zelebrierte der heilige Antonius auf dem “Platz der drei Märtyrer” die heilige Messe. Das Maultier wurde vorgeführt. Antonius hielt ihm die konsekrierte Hostie vor, während der Ketzer Bonvillo ihm die Metze Hafer hinstreckte. “Und, o Wunder, das ausgehungerte Tier” - so berichtet Rigaud - schritt gemessenen Schrittes, als ob es Vernunft besässe, zum Leib des Herrn hin und beugte vor dem heiligen Antonius, der die Hostie hielt, ehrfurchtsvoll die Knie” ...
Selbst wenn es bei diesem Hostienwunder des heiligen Antonius nur um eine schöne, fromme Legende ginge, so gilt jedenfalls, was der protestantische Theologe Walter Nigg in seinem Buch “Unvergängliche Legende” 103) geschrieben hat: “Nichts ist kurzsichtiger, als die Heiligenlegende gering zu schätzen, über sie hochmütig die Nase zu rümpfen und von ranziger Butter zu sprechen... Dem Inhalt nach bergen die Legenden wahre Goldkörner in sich, sie sind von einer erstaunlichen Tiefsinnigkeit und wissen um jene heimliche Weisheit, die höher ist als alle Vernunft. Die Legenden enthalten unter ihrem oft unscheinbaren Gewand jene geistige Schönheit, die mit dem Guten eins ist und den Menschen einen kraftvollen Lebens- und Glaubensmut vermittelt.” Mindestens darf man dies sagen: “Selbst wenn es beim Hostienwunder des heiligen Antonius nur um eine Legende gehen sollte, kann uns diese Legende vom Maultier, das vor der Heiligen Eucharistie in den Händen des heiligen Antonius niederkniete, darauf hinweisen: Beim Glauben kommt es darauf an, dass man seine eigene Kleinheit gegenüber der Größe Gottes und seiner Geheimnisse erkennt; das Knien ist dafür der sprechendste Ausdruck! Gerade wenn wir - wie es heute leider mehr und mehr abkommt - vor dem Allerheiligsten, vor dem Mysterium fidei’ knien, sagen wir damit: Gott ist in seinen Geheimnissen grösser als unser Verstand, grösser als unser Herz!
(aus: Holböck, Ferdinand, Das Allerheiligste und die Heiligen, Stein am Rhein, 21986, S. 96-97)
Der hl. Hermenegild (Ermengild) - Märtyrer der EucharistieFesttag: 13. April 
(Der 13. April ist 2006 am GRÜNDONNERSTAG: Das Fest der Einsetzung der Eucharistie und das Fest eines eucharistischen Märtyrers!)
Westgotischer Königsohn, Märtyrer
Geboren in Spanien
† 13. April 585 in Tarragona. Grab ist in Sevilla
Papst Sixtus V. machte 1586 sein Fest für ganz Spanien verbindlich
Attribut: Beil
Der Name bedeutet: der Heeresmann der Vergeltung (althochdt.)
Siehe auch: GARABANDAL
Hermenegild war der Sohn des Westgotenkönigs Leovigild. 570 wurde er mit Ingundis, der Tochter Sigiberts I. vermählt. Hermenegild wurde durch seine Frau und den hl. Bischof Leander von Sevilla bewogen, der Irrlehre des Arianismus zu entsagen um die Sakramente der Kirche Christi empfangen zu können. Sein darüber empörter Vater ließ ihn 584 wegen seines Eintritts in die Katholische Kirche in Sevilla gefangen nehmen, dann ein Jahr lang in Valencia gefangen halten und ob seiner Unbeugsamkeit, dem katholischen Glauben abzuschwören, am 13. April 585 in Tarragona enthaupten, als er sich weigerte, die Kommunion aus der Hand eines arianischen Bischofs zu empfangen.
Bild von Francisco de Herrera der Jüngere: Triumph des Hermenegild, 17. Jahrhundert. Ausgestellt im Prado in Madrid