Geschichte und Entwicklung Fatima-Weltapostolat Deutschschweiz
Die Geschichte
In den frühen Jahren des Kalten Krieges, nach dem Zweiten Weltkrieg, entdeckten Msgr. Harold V. Colgan und John M. Haffert aus den USA die Botschaft Unserer Lieben Frau von Fatima. Gemeinsam gründeten sie die „Blaue Armee Unserer Lieben Frau von Fatima“.
Die Mitglieder dieser „Blauen Armee“ waren die geistliche Kraft, die sich den atheistischen Richtlinien der Sowjetunion und ihrer Roten Armee entgegenstellte. Sie verpflichteten sich durch ihre Mitgliedschaft, ihre täglichen Leiden und Schwierigkeiten für die Bekehrung der Sünder anzubieten, täglich den Rosenkranz zu beten, das Braune Skapulier als Zeichen der Weihe an das Unbefleckte Herz Marias zu tragen und die Andacht der fünf Ersten Samstage zu praktizieren. Das Versprechen, an dessen Ausarbeitung Schwester Lucia selbst beteiligt war, gewann schnell an Popularität in den ganzen Vereinigten Staaten und wurde bald zu einer weltweiten Bewegung, an der zwischen dreissig und vierzig Millionen Menschen teilnahmen und das Versprechen der „Blauen Armee“ unterzeichneten. So auch in der Schweiz.
Unsere Geschichte
Unser Apostolat wurzelt in den grossen Fatima-Aktionen der frühen 1950er-Jahre, die damals noch Aktionen der „Blaue Armee U.L.F.“ waren.
1952 – Die Lichterprozession im Dreiländereck
Im Mai 1952 zogen über 20’000 Menschen aus Frankreich, der Schweiz und Deutschland gemeinsam in einer feierlichen Lichterprozession über alle drei Landesgrenzen hinweg – als eindrückliches Zeichen der Verbundenheit im Glauben.
1953 – Die erste Schweizer Pilgerfahrt
Am 1. Mai 1953 startete von der St. Josefskirche in Basel aus die erste grosse Schweizer Pilgerfahrt Unserer Lieben Frau von Fatima. In zwei Richtungen zog die Marienstatue durch das ganze Land. Jeweils zwei Wochen verweilte sie in einer Pfarrkirche, bevor sie von der Nachbargemeinde auf halbem Weg abgeholt und in einer feierlichen Prozession in die nächste Dorfkirche begleitet wurde.
Organisiert wurde diese Aktion auf Schweizer Seite von Albert Setz-Degen sel. Gedenkens, gemeinsam mit Oberstudienrat Franz Riester aus Villigen im Schwarzwald, dem Leiter des Süddeutschen Fatima-Apostolats.
Beginn der nationalen Pilgerfahrt – Prozessionen
Am 13. Mai 1953, dem Gedenktag der ersten Marienerscheinung in Fatima, begann die nationale Pilgerfahrt Unserer Lieben Frau von Fatima durch die Schweiz.
Zwei in Fatima geweihte Statuen aus portugiesischem Zedernholz – 160 cm und 180 cm hoch – zogen in feierlichen Prozessionen durch das ganze Land. Sie besuchten dabei über 1000 Kirchen und Kapellen, meist unter grosser öffentlicher Beteiligung.
In jeder Pfarrei verblieb die Pilgerstatue rund zwei Wochen. In dieser Zeit wurde:
- die Botschaft von Fatima verkündet,
- das tägliche Rosenkranzgebet gepflegt,
- die heiligen Sakramente besonders eifrig empfangen,
- und die Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens erneuert oder erstmals vollzogen.
Viele Pfarreien, die diese Einladung zu Umkehr, Gebet und Busse annahmen, erfuhren spürbar den Segen der Pilgermadonna.
Gründung des Sekretariats
Der 1. Mai 1953 gilt als offizieller Gründungstag unseres Apostolats. An diesem Tag rief Albert Setz das Fatima-Sekretariat in Basel ins Leben, das er bis etwa 1990 leitete.
Bereits Jahre vor seinem altersbedingten Rückzug kümmerte er sich um die Nachfolge, um die Weiterführung des Werkes zu sichern. 1987 ernannte der damalige Bischof von Basel, Dr. Otto Wüst, Pfarrer Dr. Adolf Fugel zum ersten geistlichen Leiter des Apostolats.
Gemeinsam mit ihm arbeitete Albert Setz ab 1986 an den ersten Statuten für einen eigenständigen Fatima-Verein.
Vereinsgründung und Statuten
Am 12. September 1987 wurde der spätere Verein Fatima-Weltapostolat der Deutschschweiz als Blaue Armee Unserer Lieben Frau in Einsiedeln offiziell gegründet. Unter dem Vorsitz von Pfarrer Fugel wurden die ersten Vereinsstatuten verabschiedet und das erste Präsidium gewählt.
Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Albert Setz den Verein eigenständig geleitet, sowohl organisatorisch als auch finanziell. Mit den eingegangenen Spenden unterstützte er unter anderem rund 80 Theologiestudenten in Ländern der Dritten Welt.
Der Verein verfügte damals auch über einen umfangreichen Warenkatalog mit Devotionalien wie Fatima-Statuen, Rosenkränzen, Bildern und Büchern. Viele dieser Artikel wurden in Ostblockstaaten sowie nach Afrika verschickt.
Ein wichtiger Teil dieser Arbeit war das Fatima-Sekretariat, das die unermüdliche Elisabeth Fräfel (†) leitete. Nach ihrem Tod wurde der Devotionalienverkauf eingestellt.
Pilgerreisen nach Fatima, Portugal
Ein Herzensanliegen von Albert Setz war es, möglichst viele Menschen nach Fatima, Portugal zu führen. Im Mai 1973 organisierte Paola Häberli die erste Flugreise unter dem Namen BAM-Reisen (Reisedienst der Blauen Armee Mariens). Bis 1995 begleitete sie – mit bis zu fünf Reisen pro Jahr – mehrere Tausend Pilgerinnen und Pilger nach Fatima und Pontevedra.
1990 wurde Béatrice Lüscher eingestellt, um den Reisedienst im marianischen Geist weiterzuführen. 1999 übergab ihr der Verein den Reisedienst zur selbstständigen Weiterführung.
Wandlung des Vereins Blaue Armee U.L.F. von Fatima in das Fatima-Weltapostolat
Der Internationale Vorstand der „Blauen Armee Unserer Lieben Frau von Fatima“ unterzeichnete am 07. Oktober 2005 den Vertrag, die „Blaue Armee U.L.F. von Fatima“ in den Verein Fatima-Weltapostolat zu wandeln. Die neune Statuten traten am 7. Oktober 2007, am Festtag Unserer Lieben Frau des Rosenkranzes, in Kraft.
Seit 2010 ist das Fatima-Weltapostolat als öffentliche Internationale Vereinigung der Gläubigen mit Anbindung an den HL. Stuhl anerkannt. Heute dienen wir als offizielle Stimme der röm.-kath. Kirche zur authentischen Botschaft von Fatima.
